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Das Dorf Elvese liegt im Tal der Leine im südlichen Niedersachsen zwischen dem Flecken Nörten-Hardenberg, dessen Ortsteil  es seit 1972 ist und der Stadt Northeim. (Koordinaten: 51° 39’ nördliche Breite  und 9° 56’ östliche Länge).

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In der zwischen  leichten Hügeln gelegenen Ortschaft leben 379 Einwohner (Stand: 1/2011) - Tendenz noch leicht steigend, da in drei Baugebieten  neue Häuser entstehen. Hiervon sind 51,5%  weiblichen und 48,5% männlichen Geschlechts. 12 Mitbürger sind älter als  80 Jahre, 21 jünger als 10 Jahre. 55,8% der Einwohner sind  Evangelisch-Lutherisch, 11,1% Katholisch, 1,7% Evangelisch-Reformiert - der Rest gehört sonstigen bzw. keiner Konfession an.

LageElvese hat sich von  einem hauptsächlich bäuerlich geprägten Ort zu einer Schlafsiedlung der nahegelegenen Städte gewandelt. Die Ruhe ist  spürbar. In der Umgebung kann man  ausgezeichnet spazieren gehen: in der Feldmark, im nahegelegenen Wald  oder an der Leine.

Waren es kurz nach  dem 2. Weltkrieg noch 14 aktive Landwirte, so gibt es heute keine mehr. Die  landwirtschaftlichen Flächen sind an Landwirte aus Nachbargemeinden verpachtet. Die vielen kleinen Felder wurden zu großen, wirtschaftlichen Einheiten verbunden und werden von  wenigen Landwirten beackert.

Der Ort liegt verkehrstechnisch günstig: 10 km sind es bis Northeim und 20 km bis Göttingen. Die Autobahn ist nah - die Anschlussstelle Nörten-Hardenberg ist nur etwa 5 km entfernt.  Durch die 1989 gebaute  Umgehungsstraße hat Elvese keinen nennenswerten Durchgangsverkehr. Es lässt sich hier ruhig und angenehm wohnen.

Grund des Baus der  Umgehungsstraße war der Neubau der Bundesbahn-ICE-Schnelltrasse von Hannover nach  Würzburg im Leinetal, einschließlich der Verlegung der Leine. Die  direkte Verbindung zur Bundesstraße 3  wurde hierdurch unterbrochen. Das hat  für das Dorf aber auch den Vorteil, dass die Straße bei starker  Schneeschmelze nicht mehr überflutet werden kann. Das  geschah früher häufiger und Elvese war einige Tage von  der Außenwelt abgeschnitten.

Mobil muss man schon sein, denn leider hat auch vor Elvese das Sterben der kleinen  Geschäfte nicht halt  gemacht. Bereits seit vielen Jahren ist der einzige Tante Emma-Laden geschlossen.

1999 wurde im  Gasthaus ”Zum Stillen Berg”, einer der zwei Gaststätten des Ortes, das letzte Bier ausgeschenkt.

Im Frühjahr 2002 schloss das Gasthaus “Zur Linde” Es wurde von Südniedersachsens ältestem Gastwirt, August Poppe, Jahrzehnte betrieben: er stand noch mit über 90 Jahren hinter seinem Tresen. Onkel August, wie er im Dorf überall  genannt wurde, war im Laufe seines langen Lebens nicht nur Gastwirt, sondern auch Landwirt, Hausschlachter und Postbote - und das alles gleichzeitig!

01_04Die Schule schloss 1969 endgültig, nachdem bereits 2 Jahre früher die Schüler der 5. bis  9. Klassen  von Heino Ernst mit einem Kleinbus zum  Unterricht nach Nörten-Hardenberg gefahren wurden.
Die alte Elveser Schule hatte nur einen einzigen Klassenraum, in dem alle Schüler zusammen saßen.  Und natürlich gab es auch nur einen  Lehrer (der letzte war Reinhold Stoye) - der unterrichtete alle Fächer.
Die einzelnen Jahrgänge nahmen ihren eigenen Lehrstoff durch, aber einige Fächer hatten alle gemeinsam: Sport, Musik und Religion.
Die Kleinen hörten schon einiges, was die Großen durchnahmen. Aber Nachteile hatte dieser eine Raum natürlich auch: Geheimnisse gab es keine! Gab es Prügel (ja, die gab es noch), wußte es anschließend das  ganze Dorf.

Eine Chronik zur Schule  in Elvese veröffentlichte die HNA Northeimer Neueste Nachrichten am 7. September 2009 unter der Rubrik “Lesererinnerungen 100 Jahre NNN”. An diesem Artikel haben die Elveser Wilhelm Beckmann, Heino Ernst  und Manfred Oftring mitgewirkt.

Einkaufen (oder “ausgehen”) kann man fast ausschließlich in Nörten-Hardenberg, Northeim oder Göttingen. Dazu ist es besser, ein Auto zu besitzen, da die Busverbindungen (Infos unter www.vsninfo.de) sehr schlecht sind.
Mittlerweile kommen Händler (Bäcker, Schlachter, Der rollende Supermarkt, Fische aus Cuxhaven, ...)  mit Verkaufswagen ins Dorf und bieten ihre Waren an, was besonders die Mitbewohner, die kein eigenes Auto  haben, gern annehmen. Auch die Volksbank Göttingen und die Kreissparkasse Northeim kommen regelmäßig mit “rollenden Zweigstellen”.

Die Südniedersächsischen Kalksteinwerke betreiben in der Feldmark einen Steinbruch. Gewonnen, verarbeitet und abtransportiert  wird, wie der Firmenname verrät, Kalkstein in allen Stärken. Zurzeit ist der Steinbruch geschlossen und wird nur bei Bedarf geöffnet.

Eselfest02Einmal jährlich im  März treiben es die Elveser närrisch - der Esel wird durchs Dorf  getrieben: ein mit einem Eselkopf aus Pappe und in Decken eingehüllter Junggeselle.
Alt und jung verkleiden  sich und sammeln Würste, Eier oder Geld. - Früher, bevor die Umgehungsstrasse  gebaut war, wurde dann auch schon mal von durchfahrenden Ortsfremden “Durchfahrts-Zoll” verlangt. Nachdem der bunte Tross, von Musik begleitet, durch das gesamte Dorf gezogen ist, wird das Gesammelte anschließend gemeinsam im Dorfgemeinschaftshaus verzehrt und vertrunken. Und getanzt werden darf natürlich auch. Die Ausrichtung des
Eselfestes teilen sich der Feuerwehrverein und der Jugendclub VIP.

Fahne

Der "Männergesangverein Eintracht Elvese” besteht seit dem 7.11.1873 und hat sich der Pflege des traditionellen  Liedgutes verschrieben. - Die aktiven Sänger treffen sich  wöchentlich zu den Übungsstunden und  bereiten sich auf zahlreiche Auftritte im Ort und bei befreundeten  Chören in der Umgebung vor. Im September 2003 feierte der MGV sein  130-jähriges Bestehen mit verschiedenen  Veranstaltungen. Musikalischer Leiter des Chores ist Gerhard Arand,  Vorsitzender ist Friedhelm Gremmel

Eine Chronik des Vereins hat Manfred Oftring erstellt.


Die
"Freiwillige  Feuerwehr Elvese" wurde 1952  gegründet. Von insgesamt  165 Mitgliedern sind 27 aktiv sowie 10 als aktive Reserve im Einsatz. Seit 2006 verfügt die FFW  über ein modernes Löschfahrzeug und hat  seit 1989 einen Maschinen- sowie einen  Versammlungs- und Schulungsraum im Dorfgemeinschaftshaus. Richtige Einsätze sind Gott-sei-Dank selten, aber der Gemeindebrandmeister  fordert seine Frauen und Mannen bei  regelmäßigen Übungen, um im Ernstfall  gerüstet zu sein. Seit Frühjahr 2002 ist Thomas Scheidemann Gemeindebrandmeister.

 

Im Ort gibt es  darüber hinaus noch weitere Vereine:
den Jugendclub VIP, den Frauensingkreis, die DRK-Ortsgruppe, die SPD-Ortsgruppe sowie den Turnkreis.

Einen Sportverein gibt es leider nicht. Bedingt durch die Einwohnerzahl waren bisher nicht genügend Teilnehmer vorhanden, um einen eigenen Sport- und Spielbetrieb durchzuführen. Außerdem fehlt ein Sportplatz.
Am “Goldberg” ist ein Bolzplatz mit 2 Toren, eine Tischtennisplatte und ein  Basketballkorb vorhanden. Hier können sich die Jüngsten austoben. Sportlich interessierte Jugendliche und Erwachsene müssen auf die Vereine in den Nachbarorten ausweichen.

Für die Kleinsten gibt es seit 2009  einen Spielplatz am Dorfgemeinschaftshaus.


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