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Die heutige Kapelle wurde 1396 bis 1398 erbaut und am 16. Oktober 1398 vom Petersstift in Nörten mit dem Schutzheiligen St. Martin geweiht.
Sie ist in Form eines römischen Versammlungs- und Gerichtshauses gebaut: längliche Rechteckform mit kleinem Eingang und kleinen
hoch angebrachten Fensternischen. Fundament, Gebäudeecken und Türsturz aus behauenen Sandsteinblöcken, der übrige Wandteil mit Feld- und Bruchsteinen und Lehmmörtel ausgemauert und verfugt und in keinem Fall verputzt.
Die Elveser Bauleute funktionierten die Fensternischen zu Schießscharten um! Die Wehrkirche zu Elvese war geboren. Man muß auf
den Dachboden der Kirche steigen, um an der Innenseite der verbliebenen Westwand und an den Resten der Südwand die einstigen Schießscharten
und die Balkenlöcher für einen Umlauf oder eine begehbare Flachdecke zu erkennen. Denn leider wurde 1606 das Kunstwerk fast zerstört. Fachwerk war in Mode gekommen. Man hat
fast das ganze obere Stockwerk abgerissen und durch Fachwerkwände und ein neues Dach ersetzt, sowie im Erdgeschoß große Fenster eingebaut.
1686 wurden innen und aussen große Schäden beseitigt und es wurde ein Tonnengewölbe eingebaut.
1846 Reparatur der Frauenbänke.
Circa 1850 wurde die erste Orgel eingebaut, obwohl die Kirche große Schäden aufwies.
1851 wurden der Türsturz und der Fußboden erneuert, sowie eine Altarwand in die Apsis
eingebaut. Wann die Apsis an die Kapelle angebaut wurde, ist nach den Bauunterlagen nicht ersichtlich.
1871 wurde die Orgel für 4 Taler repariert.
1894 wurde ein neues Tonnengewölbe eingebaut.
1912 erstellte die Kirchengemeinde einen Zaun vor der Kapelle.
1913 waren die Elveser das Frieren in der Kirche leid und bauten einen Schornstein ein, an den ein Ofen angeschlossen wurde.
1917 wurde die 1848 beschaffte 150 Kilogramm schwere Glocke beschlagnahmt. Es war Krieg!
1929 wies die Kirche so hohe Schäden auf, daß sich das Kirchenamt zu einer Totalsanierung
entschloß, obwohl kein Geld dafür vorhanden war. Die heutige innere Form der Kirche entstand. Die Altarwand wurde entfernt und durch einen Altartisch mit großem Kreuz dahinter
ersetzt. Die Emporen wurden niedriger gemacht, die Apsis höher gelegt und in den Hauptraum einbezogen. Die Kanzel und das Taufbecken am heutigen Platz erstellt,
Tonnendecke, Fußboden, Fenster und Bänke erneuert. An der linken Apsiswand wurde ein Bild des Heiligen Michael gemalt. Elektrische Beleuchtung wurde eingebaut, und die Orgel
durch ein Harmonium ersetzt. Auch die Wände wurden saniert und leider wieder verputzt.
1943 wurde das Sakralgeschirr der Kriegskasse gespendet.
1966 erfolgte der Einbau einer Heizung. Fußboden und Fenster wurden erneuert und die
Innenwände getüncht. Dadurch ging das Bild des Heiligen Michael wieder verloren.
Mehr Baudaten waren in den Archiven nicht zu finden. Man kann aus den vorhandenen Daten
jedoch leicht ablesen, daß die Kapellengemeinde Elvese immer knapp an Geld war. Denn die Kapelle verfiel immer in einem gewissen Abstand von Jahren und wurde dann saniert mit Spenden und Fremdmitteln.
1999/2000 stand wieder eine gründliche Sanierung der Kirche an.
Manfred Oftring, Elvese
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